ROLAND BARTHES | |||
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... Gleich ob Dechiffrierung, Formalisierung oder Tautologie, die Wege der Interpretation, die bei uns dazu bestimmt sind, den Sinn zu durchdringen, d.h. in ihn einzubrechen - und nicht, ihn zu erschüttern und ausfallen zu lassen wie den Zahn des Absurditätenbeißers, welcher der Zen-Schüler angesichts seines Koan sein soll -, die Wege der Interpretation können den Haiku mithin nur verfehlen, denn die Lesearbeit, die mit ihm verbunden ist, liegt darin, die Sprache in der Schwebe zu halten, und nicht darin, sie zu provozieren: ein Unterfangen, dessen Schwierigkeit und Notwendigkeit gerade der Meister des Haiku, Bashô, wohl gekannt zu haben scheint:
Roland Barthes, Das Reich der Zeichen (1970), edition suhrkamp |
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