SKIZZENBUCH-PROJEKT
  DAS VORHABEN    
 

Das Skizzenbuch-Projekt geht auf eine Unterrichtsidee von Alexandra Hofmeister (2012 am Privatgymnasium am Dom in Stendal) zurück.
Im Schuljahr 2012-2013 ist das Projekt für Sek II-Kurse (Jg. 10 bis 12) von mir konzipiert worden. Es lief erfolgreich bis zu meiner Pensionierung Januar 2015 wöchentlich teilweise in fünf Gruppen.
Ab Schuljahr 2013-2014 sind die Aufgaben auf die einzelnen Jahrgänge aufgeteilt und ergänzt worden.

Ab September 2015 habe ich Aufgaben für den zukünftigen 13. Jahrgang neu zusammengestellt.

 

Ziel des Vorhabens ist, den "Kreativitätsmuskel"
( Vgl. Kreativität) zu trainieren. Spontan und selbständig müssen die Lernenden in Sachen Kunst auf die Themen reagieren, die zur Bearbeitung bestimmt worden sind. Grundsätzlich geht es um bildnerische Übung und darum, Sichtweisen und Stellungnahmen auszudrücken und zu reflektieren.

Solange diese Form des Unterrichtsbeginns für die Lerngruppe neu ist, muss mehrfach auf die individuelle Souveränität bezüglich der Interpretation der Aufgabenstellung, bezüglich der Experimentierfreude und in der Regel bezüglich der Wahl der bildnerischen Mittel verwiesen werden.

 
  DIE GRUNDSÄTZE    
 

[1] Die Kursteilnehmer benutzen ein Skizzenbuch DIN A5 im Querformat, das Papier sollte mindestens 120g schwer sein.

Anfangs sollten die Schüler ihr Skizzenbuch selbst besorgen, bereits im nächsten Schuljahr habe ich es vorgezogen, geeignete Skizzenhefte auf Vorrat zu bestellen, um unangemessene Hemmnisse zu vermeiden.
 

[4] Die Skizzenbücher werden in blauen Ball-Netzbeuteln aufbewahrt, die gut sichtbar für alle Nutzer des Kunstraums an einer Fachraumwand hängen. (Bezugsquelle: http://www.nets-ropes.de)

Der Inhalt der Skizzenbücher bleibt so bis zur Nutzung verschlossen, dafür repräsentieren die auffälligen Netze als künstlerische Objekte das Konzept für andere Gruppen, die Unterricht im Fachraum haben.

 

 

[2] Zu Beginn jeder Kunst-Doppelstunde wird eine bildnerische Aufgabe für 15 - 20 Minuten bearbeitet, "Minutenzeichnung" genannt.

Die Aufgabe oder das Thema wird an die Tafel geschrieben. in der Regel kommentarlos, um eine individuelle Reaktion möglichst wenig zu unterlaufen. Trotzdem sind manchmal Begriffe zu erläutern oder Sachkenntnisse zu ergänzen, also die Voraussetzungen für Vorstellungen und Assoziationen etwas anzugleichen.

[3] Die thematischen Ansätze sind unabhängig vom Kerncurriculum und den unterrichtlichen Schwerpunkten zusammengestellt worden. Sie reagieren sozusagen intuitiv auf erfahrene Defizite der Lernenden. Und sie werden vom Vergnügen am Spiel mit Bildern getragen.

Die Lernenden sind gehalten, ihre Ausführungen zu überarbeiten und möglichst selbständig durch neue Bilder oder Texte zu erweitern, sobald sie eine aufgegebene Arbeit abgeschlossen haben. Andererseits müssen manchmal Einzelne ihre Arbeit abbrechen, wenn die Phase der Minutenzeichnungen gemeinsam abgeschlossen wird.

 

[5] Einmal im Halbjahr werden die Bildarbeiten benotet.

Nach aufmerksamen Durchblättern mit Kontrolle der Vollständigkeit lassen sich die Skizzenbücher recht schnell gruppieren. Allgemeine Kriterien können nur sein: Originalität der Äußerungen (individuell, klischeefern, einfallsreich), Vielfalt und Differenziertheit der Ausführung (bei schriftlichen Beiträgen auch Treffsicherheit und Reflexion des Zusammenhangs und sich eröffnender Bezüge), Vollständigkeit und selbstverantwortliche Erweiterungen. Bei häufiger Abwesenheit oder oberflächlicher Führung des Skizzenbuchs kann sich natürlich auch einmal ein "Mangelhaft" ergeben! Fleiß, Witz und Intensität der Ausführung sind selbstverständlich positiv zu würdigen.

 
  DIE AUFGABEN   ANMERKUNGEN
  10. Jahrgang   Wenn das Projekt einer Gruppe erläutert wird, zeigen sich Einzelne etwas irritiert. Doch bald ist Neugier auf die Aufgabe, Konzentration bei der Ausführung und später beim Vergleich mit den nachbarlichen Ergebnissen zu beobachten. Insgesamt wird das regelmäßig ablaufende Ritual positiv aufgenommen. Experimentelle Offenheit muss allerdings immer wieder eingefordert werden, wie auch handwerkliche Intensität. Gleichzeitig sind Hilfen zur Bildfindung im allgemeinen vom Lehrer bewusst zu verweigern.
Nach meinem Eindruck verbinden sich gewonnene Erfahrungen und Einsichten vorteilhaft mit denen der anderen fachspezifischen Unterrichtsinhalte.
  11. Jahrgang  
  12. Jahrgang  
  13. Jahrgang (noch nicht erprobt)*  
  Bildergebnisse 1  
  Bildergebnisse 2  
 
Bildergebnisse 3
  Bilder aus dem Unterrichtsgeschehen  
     
       
  * "Der erste Schuljahrgang wird dann voraussichtlich im Schuljahr 2020/21 sein Abitur nach 13 Jahren ablegen können." (Q29.09.2015: Niedersächsisches Kultusministerium)  

KLAUSUREN

Jahrgang 10
Groteske Köpfe ergänzen Skizzenbuch-Motiv in Kombination mit „Alte Männer“ von Leonardo da Vinci, Aufgabe + Anforderungen (ODF)
Arbeitsblatt (PDF)

Jahrgang 11
Bildkombination mit Radierer Aufgabe + Anforderungen (ODF)

       
07.10.2015